REPORT - SRK-Nothilfepool
Medizinische Hilfe im Feldspital und zwischen Trümmern
Um nach einer Katastrophe möglichst rasch medizinische Fachkräfte aufzubieten, verfügt das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) über einen Nothilfe-Pool.
Die Ärzte, Krankenschwestern, Laboranten und Hebammen die sich für Einsätze dem SRK zur Verfügung stellen, werden in Kursen auf ihre Einsätze vorbereitet. Fachwissen ist das eine, um in einem Katastrophengebiet erste Hilfe zu leisten. Aber auch eine grosse persönliche Belastbarkeit ist dafür wichtig. Zudem muss jemand seinen Arbeitsplatz kurzfristig für mehrere Wochen verlassen können.
Die Kinderärztin Dr. Isabelle Güss (vgl. Interview) beispielsweise, leistete einen vierwöchigen Hilfseinsatz in Port-au-Prince. Sie war Teil des internationalen Ärzteteams im Feldspital, das vom Deutschen Roten Kreuz im Slum Carrefour geführt wird. Seit dem Erdbeben stehen für das SRK permanent bis zu sechs Gesundheitsfachleute in Haiti im Einsatz. Sie bleiben jeweils einen Monat, dann werden sie abgelöst, denn die psychische und körperliche Belastung ist gross.
Ein Notspital aus Zelten
Ausser einer Notfallaufnahme, zwei Operationssälen und einer Mutter-Kind-Station umfasst das Spital auch eine Röntgeneinheit, ein Labor und eine Apotheke. n den ersten Wochen nach dem Beben wurden täglich 14 Operationen durchgeführt und 200 Patienten und Patientinnen ambulant behandelt. Das Spital umfasst 90 Betten, wovon 20 für Kinder reserviert sind.
200 ambulante Behandlungen täglich – und viele die warten.
Unterernährtes Baby im Notspital
Die Gesundheitsfachleute des SRK leisten auch ausserhalb des Spitals medizinische Hilfe. Mit mobilen Teams gehen sie regelmässig in die Quartiere und in die grossen Zeltlager, wo Zehntausende Obdachlose eine vorläufige Unterkunft fanden. Sie behandeln Kranke, untersuchen schwangere Frauen und stellen wenn nötig die Überweisung in ein Spital sicher. Während in der ersten Phase vor allem Wunden verarztet werden mussten, geht es nun darum, die medizinische Grundversorgung sicherzustellen, die wegen der massiven Zerstörungen von Gesundheitszentren und Spitälern nicht mehr funktioniert.




