Freiwilligkeit bringt Menschen zusammen

ÜBERZEUGT - Gedanken zum zweiten Rotkreuz-Grundsatz

Freiwilligkeit bringt Menschen zusammen

Ob Alt oder Jung: Wer sich freiwillig engagieren möchte, findet eine passende Aufgabe, wie hier im Besuchsdienst

Ob Alt oder Jung: Wer sich freiwillig engagieren möchte, findet eine passende Aufgabe, wie hier im Besuchsdienst

Unter dem ethischen Leitgedanken der Menschlichkeit engagieren sich in der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung weltweit über 100 Millionen Menschen uneigennützig. Sie arbeiten freiwillig für ihre hilfsbedürftigen und benachteiligten Mitmenschen. In der Schweiz sind es um die 50‘000, die ihre Zeit und ihr Engagement dem Schweizerischen Roten Kreuz und seinen Mitgliedsorganisationen unentgeltlich zur Verfügung stellen.

Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung verkörpert die freiwillige und uneigennützige Hilfe an bedürftige und benachteiligte Menschen wie kein anderes Hilfswerk. Schon Henry Dunant pflegte 1859 nach der Schlacht in Solferino mit freiwilligen Helferinnen und Helfer die Verwundeten. Was auf den Schlachtfeldern von Solferino begann, ist in den vergangenen 150 Jahren zur grössten, in 186 Ländern tätigen, Freiwilligenorganisation gewachsen.

„Im Zentrum der freiwilligen Arbeit findet man die Grundwerte des Dienstes und der Solidarität – und der Glaube, dass wir alle zusammen eine bessere Welt machen können“ – mit diesen Worten eröffnete der damalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan im Jahre 2001 das UNO-Jahr der Freiwilligenarbeit.

„Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen.“

Erste Hilfe durch Freiwillige des Haitianischen Roten Kreuzes nach dem Erdbeben

Erste Hilfe durch Freiwillige des Haitianischen Roten Kreuzes nach dem Erdbeben

Um diese Grundwerte der Solidarität, der Anteilnahme und der Nächstenliebe geht es. Denn nicht alle Menschen sind im gleichen Mass in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Wer seine Zeit, seine Fähigkeiten, seine Kenntnisse und sein Herz in den Dienst der Mitmenschen stellt, tut es aus einer inneren Überzeugung heraus. Es ist nicht wichtig, was man verdient, sondern das, was man gibt. Wer einem Mitmenschen freiwillig hilft, tut nicht nur diesem einzelnen Anderen Gutes. Er trägt auch zur Stärkung der fundamentalen Werte der menschlichen Gemeinschaft und des Staates bei - oder wie es in der Präambel unserer Bundesverfassung heisst: „Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“. Der Weg zu einer besseren Welt ist beschwerlich und weit. Aber auch der weiteste Weg ist unterteilbar in kleine und kleinste Schritte. Die Freiwilligen sorgen in den verschiedensten Bereichen und in den verschiedensten Teilen der Welt mit ihrem uneigennützigen Engagement dafür, dass niemand auf dem Weg stecken bleibt. Und sie tragen dazu bei, dass die Welt wärmer, menschlicher und damit auch besser wird.

Text: Annemarie Huber-Hotz

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